5 kreative Methoden zum Üben von Fehlerwörtern

„Übung macht den Meister“, heißt es im Volksmund. Das gilt in besonderem Maße für Kinder mit einer Rechtschreibschwäche. Seien wir uns ehrlich: Das Lesen und Schreiben kann nur über das ständige Üben und Wiederholen erlernt werden. Glauben Sie niemandem, der Ihnen weismachen will, dass alleine Bewegungsübungen oder homöopathische Mittelchen die Legasthenie Ihres Kindes oder Schülers „heilen“ können.

Die Herausforderung beim Rechtschreibtraining besteht darin, das Kind zu motivieren. Denn Kinder, die sich mit dem Lesen und Schreiben schwer tun, haben meistens auch keine allzu große Lust , Fehlerwörter zu üben. Sie haben schon viele Misserfolge erlebt. Deshalb gilt: Je kreativer die Methode, desto mehr Spaß macht das Üben. In diesem Beitrag stelle ich Ihnen fünf Methoden und Übungen vor, die ich im Legasthenietraining gerne anwende.

Übung 1: Blitzlesen

Die Arbeit mit Karteikärtchen hat sich im Training besonders bewährt. (Mehr zur Verwendung der Lernkartei im Legasthenietraining finden Sie hier.) Für die Übung „Blitzlesen“ schreiben Sie die Fehlerwörter auf kleine Karteikärtchen (z. B. von Herlitz). Ihr Kind oder Schüler soll sich die Wörter nun einzeln gut anschauen und entscheiden, welche Stelle im Wort für ihn schwierig ist. Das kann zum Beispiel ein Doppelmitlaut oder ein scharfes s sein. Anschließend dreht er das Kärtchen um und schreibt das Wort auswendig auf die Rückseite oder auf ein liniertes Blatt Papier.

Übung 2: Laufdiktat

Mit einem Laufdiktat können entweder ein ganzer Ansagentext oder einzelne Lern- oder Fehlerwörter geübt werden. Dazu werden der Text bzw. die Wörter auf ein Blatt Papier geschrieben und möglichst weit vom Schreibtisch entfernt mit Tixo an die Wand geklebt. Das Kind soll nun die Wörter oder den Text ins Heft übertragen, indem es aufsteht und sich kurze Sinneinheiten von etwa drei Wörtern merkt. Diese soll es richtig aufschreiben. Ist das geschafft, geht es wieder zurück zum Text, das Kind merkt sich die nächste Passage und überträgt sie. So geht es weiter, bis der gesamte Text abgeschrieben ist. Im Anschluss sollte die Abschrift gemeinsam korrigiert werden.

Übung 3: Hangman (Männchen aufhängen)

Haben Sie schon einmal ausprobiert, die Fehlerwörter mit Hangman zu üben? Dazu schreiben Sie den Anfangsbuchstaben auf die Tafel oder ein Blatt Papier und das Kind soll raten, welche Buchstaben im Wort enthalten sind. Halten Sie das Kind doch an, zunächst mit den Selbstlauten zu beginnen. Warum das so wichtig, habe ich in diesem Beitrag erklärt. Errät Ihr Kind oder Schüler das Wort, wird getauscht und Sie wechseln in die Rolle des Ratenden. Sollten Sie sich unsicher sein, wie das Galgenmännchen richtig gezeichnet wird, können Sie hier nachschauen.

Übung 4: Buchstabieren

Es muss nicht immer geschrieben werden! Schwierige Wörter lassen sich auch üben, indem sie buchstabiert werden. Buchstabierübungen können zu einem lustvollen Wettkampf zwischen Ihnen und Ihrem Kind oder Schüler werden. Meine Trainingskinder haben es gerne, wenn auch ich mich im Spiel einbringe. Kinder, die schon etwas älter sind (ca. ab Schulstufe 4), lasse ich mir deshalb ein beliebiges Wort aus dem Duden diktieren, das ich dann buchstabieren muss. Das ist teilweise auch für mich eine Herausforderung! Bitte betrachten Sie es nicht als Schwäche, wenn Sie als Erwachsener und Nicht-Legastheniker ein Wort nicht auf Anhieb richtig buchstabieren. So merkt Ihr Kind oder Schüler nur, dass auch Sie manche Wörter nicht auf Anhieb richtig schreiben können. Das nimmt ihm die Scham vor den eigenen Fehlern.

Übung 5: Plakate

Auch Lernplakate sind eine gute Möglichkeit, um sich die Schreibung schwieriger Wörter entspannt einzuprägen. Auch hier gilt die Regel: Je kreativer, desto besser. Gestalten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind oder Schüler kleine Wort-Plakate , die mit Zeichnungen oder Zeitungsausschnitten dekoriert sind. Als Größe eignet sich ein halbes A4-Blatt oder ein ganzes A5-Blatt. Die Plakate sollten nach der Fertigstellung an einer gut sichtbaren Stelle aufgehängt werden. Das kann an der Wand im Kinderzimmer oder beispielsweise auf dem Kühlschrank oder der Eingangstür sein. Jedenfalls soll das Kind die Plakate täglich sehen. Denn je öfter es das Wortbild sieht, desto leichter prägt es sich die Schreibung ein.

Welche Übungen haben sich bei Ihnen bewährt?

Natürlich gibt es noch eine Reihe weiterer Übungen, wie sich Fehler- oder Lernwörter spielerisch und kreativ üben lassen. Aber nicht jede Methode kommt bei jedem Kind gleich gut an. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Außerdem empfiehlt es sich, die Methoden zu kombinieren und Ansagen z. B. nicht immer mit einem Laufdiktat vorzubereiten, sondern auch einmal das Blitzlesen zu versuchen. Welche Übungen verwenden Sie gerne? Erzählen Sie es uns doch in einem Kommentar!

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